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Lexikon



A

Alter

Alter ist keine Krankheit! Alter kann also nicht «geheilt» werden, jedoch ist es in vielen Fällen möglich, die negativen Folgen von Alterserscheinungen zu mildern.
Die Zellen der Muskeln etwa verändern sich mit dem Alter nicht; wird aber die Muskulatur nicht eingesetzt, schwindet sie rapide. Ähnliches gilt für den Knorpel: seine schützende Wirkung lässt sich nur erhalten, wenn er ständig gebraucht wird. Mit sinnvoller physiologischer Belastung (Gymnastik) des gesamten Körpers kann der Alterungsprozess verlangsamt werden.
Der Verlauf des Alterns von Körper und Geist ist individuell und stark abhängig von Lebensweise und Veranlagung - Ziel sollte es sein, das physiologische Alter immer etwas tiefer zu halten als das chronologische, sich stets etwas jünger zu fühlen, als man ist.

Arthritis

Eine Entzündung der Gelenke, die schmerzhafte Schwellungen und Einschränkung der Beweglichkeit verursacht.
Jedes Gelenk kann von Arthritis betroffen werden. Die infektiöse Arthritis entsteht durch Keime (Bakterien), die aus dem Körper selbst oder über eine Wunde in ein Gelenk verschleppt werden. Die degenerative Arthritis ist die Folge von Verschleiss und Überbeanspruchung und – damit verbunden – von Reizzuständen und Entzündungen. Die entzündlich-rheumatische Arthritis ist eine System- oder Autoimmunerkrankung, die eines oder mehrere Gelenke gleichzeitig befallen kann. Der Chiropraktor als Spezialist für den Bewegungsapparat kann nach einer exakten Diagnose eine schmerzlindernde Behandlung festlegen und versuchen, die Beweglichkeit der Gelenke so weit wie möglich zu erhalten.

Arthrose

Degenerative Veränderungen von Gelenken nach jahrelanger Fehl- und Überbelastung, als Folge von Krankheiten sowie als Teil des Alterungsprozesses.
Arthrose schränkt die Beweglichkeit ein. Wird ein Gelenk nicht bewegt, versteift es; es wird nur noch unzureichend «ernährt», und sein Zustand verschlechtert sich weiter.
Das zeigt, dass auch Gelenke mit Arthrose. eine massvolle Bewegung brauchen. Mit gezielter Gymnastik und entsprechender Behandlung kann die Beweglichkeit eines arthritischen Gelenkes wieder deutlich verbessert werden.
Linderung schaffen im akuten Arthrose-Schub Kältewickel, bei chronischen arthritischen Beschwerden, vor allem bei Muskelverspannungen Wärmebehandlungen.
In fortgeschrittenen Fällen werden künstliche Gelenke (zum Beispiel in den Hüften oder im Knie) eingesetzt.

Atlas

Oberster Halswirbel, dem in den Anfängen der Chiropraktik eine zentrale Bedeutung zukam. Man ist damals davon ausgegangen, dass alle Krankheiten von Atlas-Fehlstellungen ausgehen. Diese veraltete Ansicht ist heute noch Grundlage der Atlaslogie.

Autoimmunerkrankung

Erkrankungen, bei denen das Immunsystem Abwehrzellen nicht nur gegen Krankheitserreger, sondern auch gegen körpereigene Substanzen bildet und diese zerstört.


B
Bandscheibe
Foto: © Henrie - stock.adobe.com

Bandscheibe

Die kissenförmige Verbindung zweier Wirbelkörper, bestehend aus einem äusseren Faserring und einem Gallertkern. Die Bandscheibe besteht zu 80 % aus Wasser. Die gesunde Bandscheibe verteilt die Druckbelastung zwischen den Wirbelkörpern, ermöglicht die Beweglichkeit der Wirbelsäule und wirkt als Stossdämpfer.
Wird die Bandscheibe entlasten - etwa beim Liegen –, nimmt sie Flüssigkeit auf; unter Belastung wird die Bandscheibe zusammengepresst und verliert dabei Flüssigkeit. Deshalb ist der Mensch am Abend meist kleiner als am Morgen.
Verliert die Bandscheibe infolge Dehydration zu viel Höhe, werden die Wirbelbogengelenke überlastet. Das kann zu Beschwerden führen. Die Dehydration der Bandscheibe ist nicht immer krankhaft, sondern auch Folge des normalen Alterungsprozesses, weil der Wasseranteil im Körper des älteren Menschen zurückgeht. Tritt der Gallertkern der Bandscheibe aus dem Faserring aus, kommt es zur Bandscheibenhernie (Diskushernie).

Bechterew

Die Bechterewsche Krankheit ist eine Form der Arthritis im Achsenskelett. Sie zerstört Gelenke in Wirbelsäule und ecken schubartig bis zur vollständigen Versteifung.

Becken

Je zwei Beckenschaufeln, bestehend aus Darmbein, Sitzbein und Schambein, bilden zusammen mit dem Kreuzbein das Becken. Becken und Wirbelsäule sind eine funktionelle Einheit und die Verbindung zu den unteren Extremitäten. Das Gelenk zwischen Kreuzbein und Beckenschaufel heisst Iliosakralgelenk; das Gelenk zwischen den beiden Beckenschaufeln (den beiden Schambeinen) heisst Symphyse.

Beckenschiefstand

Schiefstand des Beckens, fast immer auf Grund einer ungleichen Beinlänge; verursacht meist eine Skoliose der Wirbelsäule.

Beckenverwirnung

Fehlstellung einer oder beider Beckenschaufeln im Iliosakralgelenk, meist in der Folge eines «Vertretens», häufig auch bei Schwangerschaften, in deren Verlauf das Iliosakralgelenk beweglicher wird, um die Geburt zu ermöglichen.

Beinlängenunterschied

Beinlängenunterschiede sind angeboren oder erworben, zum Beispiel durch Krankheit oder nach Knochenbrüchen oder durch Fehlstellung der Gelenke (beispielsweise Abflachung des Fussgewölbes beim Senkfuss).

Bett

Für den Rücken und besonders für die Bandscheibe ist das Bett das wichtigste Regenerationsmittel. Es soll sich den Konturen des Körpers in jeder Lage anpassen und zusammen mit dem Kopfkissen eine möglichst waagrechte, gut abgestützte Lagerung der Wirbelsäule ermöglichen. Die Bettoberfläche (die Auflagefläche der Matratze) soll weich, elastisch und nachgiebig, die Unterkonstruktion (Matratzenkern und zum Beispiel Lattenrost) gut stützend ausgelegt sein. Bei der Absicht ein neues Bett zu kaufen, sollte dies bei einem Fachhändler getätigt werden.

Bewegung

Die richtige Bewegung beginnt schon in der frühesten Kindheit mit koordiniertem Kriechen, Krabbeln, Gehen und Spielen. Korrekte und regelmässige Bewegung ist für die Gesundheit von Wirbelsäule und Gelenken ein Leben lang notwendig.
Beim Bewegen im Alltag, im Haushalt, an der Arbeit und in der Freizeit sollte darauf geachtet werden, dass Wirbelsäule und Gelenke korrekt und im richtigen Mass belastet werden: Zu wenig Bewegung führt zu Muskelveränderungen (Verkürzung, Schwächung) und zur Versteifung der Gelenke. Einseitige Bewegung mündet in Fehl- und Überbelastung und in Verletzungen. Zuviel und abrupte Bewegung führt zu Ermüdungserscheinungen des Bewegungsapparates und in der Folge oft zu Verletzungen.
Sinnvoll sind der ausgleichende Wechsel zwischen Bewegung und Ruhepausen (Liegen – Sitzen – Stehen – Gehen – Laufen) und ein regelmässiges Training zur Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Ausdauer (vor allem Marschieren, Gymnastik, Schwimmen, Langlaufen, allenfalls auch ein kontrolliertes Training an Geräten).

Bewegungsaparat

Sammelbegriff für sämtliche Gelenke, Muskeln und Bänder des Körpers, einschliesslich der Wirbelsäule. Für das gute Funktionieren des B. entscheidend sind eine gute Beweglichkeit und die reibungslose Koordination zwischen Gelenken und Muskeln. Wer seinen Bewegungsapparat in Form halten will, kräftigt also nicht nur die Muskulatur, sondern trainiert seinen ganzen Körper mit allen seinen Fähigkeiten.

Blockierung

Die chiropraktische Blockierung ist eine reversible Fixierung eines Gelenkes an einer bestimmten Stelle seines normalen physiologischen Bewegungsumfanges, ohne dass eine Veränderung des Gelenkes feststellbar ist. Vor allem Fehlhaltungen und Fehlbelastungen bei der Arbeit, mentaler Stress, aber auch physische Verletzungen und psychische Belastungen führen zur Blockierung.
Symptome sind nicht nur schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, sondern zum Beispiel auch Kopf- oder Kreuzschmerzen oder sogar Verdauungsschwierigkeiten.
Nach genauer Abklärung werden Blockierungen mit gezielten Manipulationen gelöst, wobei es je nach Art und Schweregrad der Blockierung einer bis mehrerer Behandlungen bedarf.
Das Problem lässt sich oft auch längerfristig lösen oder lindern, wenn auch Begleitfaktoren wie Stress, negative Ernährungsgewohnheiten und Haltungsprobleme erkannt und behoben werden.



C

Chiropraktik

Die Chiropraktik befasst sich mit der Diagnose, der Behandlung und der Vorbeugung von Funktionsstörungen und Schmerzen des Bewegungsapparates sowie von Beschwerden, die davon ausgehen.
Chiropraktik ist eine eigenständige Disziplin der wissenschaftlichen Heilkunde. Ihre Anwendung ermöglicht in vielen Fällen den Verzicht auf Medikamente und auf chirurgische Eingriffe und kann in jedem Lebensalter angewandt werden.
Die chiropraktische Behandlung ist Pflichtleistung der Grundversicherung der Krankenkassen, der Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung. Patienten können Chiropraktoren ohne Überweisung durch einen Haus- oder Spezialarzt konsultieren.



D

Dehydration

der Bandscheiben. Austrocknung. Der Wassergehalt der Bandscheiben von etwa 80 % nimmt mit zunehmendem Alter ab.
Die frühzeitige Dehydration der Bandscheibe birgt ein hohes Risiko der Rissbildung: Mit dem Wasserverlust erhöht sich die Belastung des Faserrings, es kommt zu Faserrissen und möglicherweise zum Bandscheibenvorfall (Diskushernie). Zudem führt die Dehydration zu einem verminderten Abstand zwischen den Wirbelkörpern und zur schmerzhaften Überlastung der Wirbelbogengelenke.
Mit ausgewogener Belastung und Entlastung und genügender Wasserzufuhr (Trinken) kann der Dehydration der Bandscheibe entgegengewirkt werden: Die Bandscheibe «ernährt» sich vom benachbarten Gewebe, indem sie durch Bewegung ständig belastet und entlastet wird.

Diskushernie
Foto: © Henrie - stock.adobe.com

Diskushernie

Bandscheibenvorfall. Es gibt mehrere Arten von Diskushernie trotz ihres schlechten Rufes verursachen sie meist keine oder wenig Beschwerden – nur die wenigsten werden operiert.
Diskushernien sind die Folge jahrelanger Fehl- und Überbelastung, oft in Kombination mit traumatischer Verletzung. Der innere Gallertkern der Bandscheibe tritt durch einen Riss im äusseren Ring aus und kann auf einen Nerv oder auf das Rückenmark drücken. Das kann zu Schmerzen führen, zu Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule, zur Schonhaltung und zu Empfindungs- und Reflexstörungen sowie Lähmungen im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
Wird das Rückenmark durch die Diskushernie eingeengt, kann der Patient die Kontrolle über Blase und Darm verlieren.
Am häufigsten tritt die Diskushernie in der unteren Lendenwirbelsäule und in der unteren Halswirbelsäule auf. Sie kann abhängig vom Schweregrad konservativ – mit Chiropraktik, Physiotherapie und Medikamenten – oder operativ behandelt werden. In der Behandlung der Diskushernie spielt die Chiropraktik heute eine bedeutende Rolle, denn auch in schweren Fällen kann die chiropraktische Behandlung eine Operation oft verhindern. Wichtig ist aber eine rasche fachkompetente Diagnose, Beratung und Behandlung.



E

Entzündung

der Gelenke. Wird hauptsächlich durch mechanische Einflüsse hervorgerufen, zum Beispiel durch längere Fehlbelastungen, Unfall, Reibung und Druck. Schmerzen, Schwellungen, Überwärmung und Bewegungseinschränkung sind Anzeichen einer Entzündung. Wird diese nicht korrekt behandelt, kann sie bis zur Gelenkversteifung mit vollständigem Bewegungsverlust führen. Die sofortige Erstbehandlung erfolgt immer nach der Formel «RICE» (Rest = Schonung, Ice = Kühlung, Compression = stützendes Bandagieren, Elevation = Hochlagern). Bei länger dauernder Entzündungen sollte ein Arzt konsultiert werden.

Ernährung

Zu viel, zu fett, zu süss, zu salzig, zu künstlich, zu wenig. Zu vielen ist es egal, was sie essen, und zu viele zwingen sich zu schädlichen Diäten. Die Folgen sind deutlich sichtbar. Fast ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist übergewichtig; zahlreiche Menschen leiden unter Essstörungen.
Eine falsche Ernährung hat auch Folgen für den Bewegungsapparat: Zu hohes Gewicht belastet die Gelenke übermässig, Mangelernährung führt zu Krankheiten.
Für die ausgewogene Ernährung erforderlich sind: Bau-, Schutz- und Betriebsstoffe, Salze und Wasser sowie Ballaststoffe.
Baustoffe, also Eiweisse (Proteine) und Mineralstoffe, braucht der Körper für Wachstum und Erneuerung des Körpers. Schutz- oder Reglerstoffe, also Vitamine und Mineralstoffe, erhalten den Körper gesund und leistungsfähig und lenken verschiedene Körperfunktionen. Betriebsstoffe, also Kohlenhydrate und Fette, liefern Energie. Wasser dient als Stützstoff, als Lösungs- und Transportmittel sowie zur Wärmeregulierung. Ballaststoffe oder Nahrungsfasern braucht es für die Verdauung.
Ausgewogen, vollwertig und nicht zu reichlich sollte die tägliche Nahrung sein, möglichst naturbelassen und ohne künstliche Zusatz-, aber mit viel Ballaststoffen. Auch eine fleischlose Ernährung ist ohne Mangelerscheinungen möglich.



F

Fehlbelastungen

Falsches Heben, Sitzen und Bewegen bei Arbeit und Sport sind häufig - und unsere meist sitzende Arbeits- und Lebensweise trägt wesentlich zu den Fehlbelastungen des Bewegungsapparates bei. Fehlbelastungen sind oft der Beginn ernsthafterer Beschwerden: Sie führen zu Verspannungen, vorzeitigem Verschleiss und Schmerzen, damit zu einer Schonhaltung, folglich zu weiterer Fehlbelastungen und schliesslich zur Einschränkung der Beweglichkeit.
Der Therapeut durchbricht diesen Teufelskreis mit Korrekturen von Funktionsstörungen und Anleitungen zur Wirbelsäulenhygiene. Ziel ist es, die normalen Bewegungsabläufe wiederherzustellen und chronischen Beschwerden vorzubeugen.

Fitness

ist Kraft, Koordination, Flexibilität und Ausdauer. Kraft kann Maximalkraft (zum Beispiel beim Gewichtheben) oder Ausdauerkraft (zum Beispiel beim Rudern) oder Schnellkraft (zum Beispiel beim Sprint) sein. Koordination ist das Zusammenspiel zwischen zentralem Nervensystem und Muskulatur mit dem Ziel eines möglichst wirtschaftlichen und harmonischen Bewegungsablaufs. Die Flexibilität bezeichnet den maximalen Bewegungsumfang im Gelenk. Ausdauer hat, wer eine Belastung möglichst lange durchhalten kann, etwa beim Marschieren oder Schwimmen.



G

Gelenk

Das Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen und wird von der Gelenkkapsel und den Bändern zusammengehalten. Die Beweglichkeit des Gelenkes verändert sich mit Alter, Training und Gesundheitszustand.
Die meisten der Gelenke sind Synovial-Gelenke, bewegliche Verbindungen von knorpelig bedeckten Knochenenden, die von einer mit Gelenk-Schmiere gefüllten Gelenk-Kapsel umfasst sind.
Krafteinwirkungen von aussen, plötzliche heftige oder wiederholte geringe Fehlbelastungen können zu reversiblen oder zu dauernden Gelenkschäden führen (Arthrose). Blockierungen sind im Laufe der Abnützung häufig. Sie führen zu Schmerzen, zu einer Schonhaltung und damit einer Fehlbelastung und Beeinträchtigung der umliegenden Gelenke und Muskulatur.



H

Haltung

Von vorne und hinten gesehen ist die gesunde Wirbelsäule gerade, in seitlicher Ansicht leicht S-förmig.
Die korrekte Position der Wirbelsäule beim Stehen, Sitzen, Liegen und Gehen ist von grosser Bedeutung: Eine falsche Haltung führt zu Fehl- und Überbelastungen und diese zu erhöhter Gelenkabnützung und zu Schmerzen.

Haltungsfehler

Jede Abweichung von der normalen physiologischen Haltung. Es gibt angeborene und erworbene Haltungsfehler, die mit chiropraktischer Behandlung oder mit Physiotherapie und Gymnastik zumindest teilweise korrigiert werden können.

Heben

Falsch gehoben, wird aus einem 10-kg-Paket eine Wirbelsäulenbelastung von mehreren 100 kg – oft sind Wirbelsäulenblockierungen, Hexenschuss und Diskushernien die schmerzhafte Folge unbedachten Hebens. Die Grundregeln sind einfach: Grössere Lasten werden aufgeteilt und gehören nahe an den Körper; gehoben wird mit der Kraft der Beine und mit geradem Rücken und ohne die Wirbelsäule zu verdrehen.

Hexenschuss

(Lumbago) Die akute Blockierung und Entzündung eines Lendenwirbelgelenkes nach einer Fehlbelastung, oft nach einer alltäglichen Bewegung.
Hexenschuss ist mit starken Schmerzen und einer typischen Schonhaltung, mit nach vorne gebücktem und oft auch seitwärts geneigten Oberkörpers verbunden. Diese Haltung strapaziert die Muskulatur und beeinträchtigt wiederum andere Gelenke. Beste Prävention sind eine korrekte Haltung, richtiges Heben von Lasten und das Vermeiden von Überbelastungen, besonders beim Sport. Klingt der Hexenschuss nicht innerhalb von drei Tagen ab, ist davon auszugehen, dass er nicht von selbst heilt; ein Arzt, Chiropraktor oder Therapeut sollte konsultiert werden.



I

Iliosakralgelenk

auch Sakroiliakalgelenk. Ein Gelenk im Becken zwischen Kreuzbein und Beckenschaufel, das von Bedeutung für die harmonische Beckenbewegung beim Gehen und Laufen ist.
Beschwerden im Iliosakralgelenk führen häufig zu ausstrahlenden Schmerzen in Gesäss, Leiste oder Bein. Nicht selten sind Blockierungen des Iliosakralgelenk in der Schwangerschaft, in deren Verlauf die Bänder durch hormonelle Veränderungen gelockert werden, um dem Kind die Passage durch den Geburtskanal zu vereinfachen. Die Bänderlockerung kann aber auch zu einer Hypermobilität und einer Blockierung führen. Diese Beschwerden können chiropraktisch behoben werden. Was das Iliosakralgelenk schont: aufrechtes Sitzen.

Ischias

(auch Ischialgie, Ischiasneuralgie) heisst eigentlich «Beinschmerz». Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Störungen des Bewegungsapparates (Knochen, Gelenke, Muskeln und Bänder) oder der Gefässe (Venen, Arterien und Lymphgefässe); aber auch neurologische Ursachen (Schädigung von Nervengewebe). Der klassische Ischias ist Folge eines Problems der Lendenwirbelsäule: Meist wird Ischias von einem Hexenschuss angekündigt; Symptome sind Spontan- und Dehnungsschmerzen, Empfindungsstörungen und Ausfälle der Reflexe und der Motorik oder gar Lähmungen sowie Muskelhartspann und Wirbelsäulenstarre.
Im Volksmund ist der Begriff Ischias reserviert für einen Reizzustand des Nervs, der das Bein versorgt. Am häufigsten entsteht diese Reizung am Ursprung des Nervs in der Lendenwirbelsäule durch eine Diskushernie.
Besonders weil die Ursache von Ischias nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, sollte sie rasch fachlich abgeklärt werden.



K

Kälte- und Wärme-Anwendung

Die Faustregel lautet: Bei akuten Schmerzen in Gelenken und Muskeln wird immer zuerst Kälte angewendet, denn Entzündungen dürfen nie mit Wärme bekämpft werden. Kälte lindert Schmerzen und verbessert Heilungschancen und Heilungsverlauf bei Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen, Verrenkungen, Schwellungen, Blutergüssen und Quetschungen. Wärme hilft bei lange andauernden, nicht entzündlichen Beschwerden der Muskulatur und bei Abnützungs-Gelenkschmerzen.
Zehn Minuten intensive Kälte und zwanzig Minuten Wärme von maximal 50 Grad Celsius sollten nicht überschritten werden. Kälte- oder Wärmequellen dürfen nie unter, sondern müssen auf den Körper gelegt und von der Haut mit einer trockenen Isolierschicht - etwa einem Frotteetuch - getrennt werden. Wer an ungenügender Durchblutung oder an Empfindungsstörungen von Haut oder Gliedern leidet, sollte sich beim Anwenden von Wärme oder von Kälte vor Verbrennungen beziehungsweise vor Erfrierungen (Frostbeulen) besonders hüten. Die Kältequelle wird sofort entfernt, wenn die Haut nach einigen Minuten unempfindlich wird.
Kälte und Wärme wirken rasch und ohne Nebenwirkungen. Allerdings sind der Selbstbehandlung Grenzen gesetzt: Starke oder länger andauernde Beschwerden müssen so rasch als möglich vom Therapeuten oder vom Arzt behandelt werden.
 


Kinesiologie

Die Angewandte Kinesiologie (AK) wurde in den 60er Jahren in den USA vom Chiropraktor Dr. George Goodheart zur Funktionsanalyse des Bewegungsapparates entwickelt. Die Kinesiologie ist stetig weiter entwickelt worden und wird heute vor allem von Chiropraktoren als diagnostisches Verfahren angewandt, mit dem verschiedene Funktionsstörungen des Organismus über Muskeltests erkannt werden. Die Kinesiologie hat durch Beobachtungen einen klinischen Zusammenhang zwischen Störungen einzelner Muskeln und den ihnen zugeordneten Organen ermittelt.
Kinesiologie ist eine Ergänzung der Standarddiagnostik. Eine solide medizinische und chiropraktische Grundausbildung und eine aufwendige, lange Spezialausbildung ermöglichen es, präzise Tests durchzuführen und deren Resultate mit anderen standardisierten Verfahren korrekt zu interpretieren und zu koordinieren.


Kopfschmerzen

Schmerzen im Kopf- oder Kopfnervenbereich. Kopfschmerzen sind Symptom einer grossen Zahl allgemeiner oder organabhängiger Erkrankungen (z.B. akute Infektionen, Bluthochdruck, Hirnerkrankungen, Hirnhautentzündung, Augen- und Nasenerkrankungen) sowie von nervösen Erschöpfungen und Anspannungen. Kopfschmerz wird verursacht von einer Reizung schmerzempfindlicher Kopforgane (Schädeldecke, Hirnhaut, Arterien der Hirnbasis, Hirnblutleiter, Hirnnerven und Nerven des oberen Halsmarkes).
Der sogenannte vertebragene Kopschmerz geht von Funktionsstörungen der Halswirbelsäule aus. Er kann z.B. chiropraktisch behandelt werden, indem die Funktionsstörungen der Halswirbelsäule behoben werden.

Kopfstütze

Korrekter Begriff für die «Nackenstütze». Jeder Sitz im Auto sollte mit einer Kopfstütze ausgerüstet sein, die dem Passagier richtig angepasst werden kann: Der Abstand zum Hinterkopf darf nur wenige Zentimeter betragen, und der obere Rand der Stütze befindet sich auf der Höhe des Scheitels. Falsche Einstellungen, insbesondere Kopfstützen auf der Höhe des Nackens, können schon im Falle von Kollisionen mit geringen Geschwindigkeiten zu schwersten Verletzungen führen. Heute sind Automobile mit aktiven Kopfstützen erhältlich, die sich im Falle einer Kollision dem Passagier anpassen.

Kraftraining

Methode zur Verbesserung der Muskelfunktion, zur Steigerung der Leistungs- und Belastungsfähigkeit, oft mit dem Ziel der besseren Stabilisierung des Bewegungsapparates: Eine kräftige Muskulatur ist eine der Voraussetzungen für einen dauerhaft gesunden Bewegungsapparat.
Die Veranlagung und die berufliche oder sportliche Aktivität bestimmen, wie Krafttraining betrieben werden soll. Vor der Aufnahme des Krafttrainings empfiehlt sich eine sorgfältige fachliche Beratung, allenfalls eine vorgängige medizinische Untersuchung.




M

Migräne

Meist halbseitige Kopfschmerzen, die in Anfällen auftreten und sich periodisch wiederholen. Die einfache Migräne verläuft ohne neurologische Funktionsstörungen, die klassische Migräne wird begleitet von Seh-, Empfindungs-, Gefühls- und Bewegungsstörungen sowie von Reiz- und Ausfallserscheinungen. Dazu kommen oft Übelkeit und Brechreiz. Bei einer weiteren Form der Migräne, der «Migraine accompagnée», bleiben neurologische Störungen (z.B. Paresen) auch nach den eigentlichen Kopfschmerz-Symptomen bestehen.
Bei der Entstehung der Migräne scheinen chemische Verbindungen im Körper, eine Verengung der Blutgefässe und Spannungszustände eine Rolle zu spielen. Häufige Auslöser sind Stress und gewisse Lebens- und Genussmittel wie Wein, Schokolade, gewisse Käsesorten.
Bestimmte Formen der Migräne haben ihren Ursprung in der Halswirbelsäule, die dann häufig druckempfindlich und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt ist. Das Röntgenbild zeigt in solchen Fällen oft degenerative Veränderungen (Abnutzungserscheinungen). Hier ist die Chiropraktik die Therapie der Wahl.

MRI

Magnetic Resonance Imaging. Kernspin(resonanz)tomographie. Ein bildgebendes Untersuchungsverfahren, bei dem in einem starken Magnetfeld die körpereigene Wassermolekülverteilung gemessen wird. Ein Computer setzt die Messungen zu einem Schichtbild zusammen, das den Zustand der Organe und Gewebe und deren Stoffwechselvorgänge zeigt. Die Methode setzt den Patienten keiner (Röntgen-) Strahlenbelastung aus.

Muskeln

Im Muskelgewebe wird Energie unter Entwicklung von Wärme in mechanische Arbeit umgesetzt.
Das glatte («unwillkürliche») Muskelgewebe aus Muskelzellen mit langsamer Spannung und Erschlaffung findet sich in Eingeweidemuskeln, zum Beispiel im Darm. Das quergestreifte («willkürliche») Muskelgewebe aus Bündeln von Muskelfasern bildet die Skelettmuskulatur und das Herz.
Eine gesunde, kräftige Muskulatur stützt und schützt die Gelenke und verdient deshalb entsprechende Aufmerksamkeit und Vorsorge. Fehlende oder falsche Belastung der Muskulatur kann zur Verkürzung und Schwächung der Muskeln und zu Haltungsfehlern und daraus resultierenden Beschwerden führen.



N

Nerven

bestehen aus Bündeln von Nervenfasern und Bindegewebe und übertragen Bewegungs- und Empfindungsimpulse (Berührung, Temperatur, Licht, Lage, Haltung, Muskelspannung usw.). Sie regeln die Aktivität der Drüsen, die Ernährung der verschiedenen Gewebe und die Spannung der Muskulatur. Während Informationen von den Nerven vom Körper ins Rückenmark und zur Verarbeitung weiter zum Hirn geleitet werden, werden die Befehle vom Hirn über das Rückenmark und die Nerven zurückgesandt. Die inneren Organe werden vom Rückenmark über vegetative Zentren gesteuert.
Nerven können durch Druck verletzt werden. Ein Beispiel ist der Druck, den der austretende Gallertkern der Bandscheibe auf die Nervenwurzel des Ischiasnerves ausübt.

Nervensystem

Die Gesamtheit aller Nerven. Eingeteilt wird das Nervensystem in das zentrale und das periphere Nervensystem Das Zentral-Nervensystem, die «Steuerzentrale», besteht aus Gehirn und Rückenmark. Das Gehirn steuert alle Organe, die dem Willen unterworfen sind, und durch das Rückenmark führen die verschiedenen Nervenbahnen vom und zum Gehirn. Das periphere Nervensystem besteht aus den vom Gehirn oder vom Rückenmark herkommenden Gehirnnerven und den im Rückenmark entspringenden peripheren spinalen Nerven, die zum Körper und seinen Organen ziehen und der Bewegung sowie der Empfindungsaufnahme dienen.
Das vegetative Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus reguliert die inneren Organe und steuert die Vorgänge im Körper, die nicht willens- oder bewusstseinsabhängig sind. Der Sympathikus aktiviert die Funktionen von Herz, Lunge und anderen Organen und reguliert ihre Leistung und ihren Energieverbrauch; der Parasympathikus dämpft ihre Funktionen und leitet ihre Entspannung und Erholung ein.

Neuralgie

Schmerzen, die im Gebiet eines Nervs attackenweise auftreten, häufig ohne erkennbare Ursache. Auch verwendet als nicht korrekte Bezeichnung für Schmerzen im Gebiet eines Nervs nach einer Schädigung.



O

Osteoporose

Systemerkrankung des Skeletts; Verkleinerung der Knochenmasse infolge verminderten Knochenaufbaus oder gesteigerten Knochenabbaus. Osteoporose führt zu einer Qualitätsverschlechterung des Knochengewebes und einem erhöhten Frakturrisiko. Die Erkrankung kommt zwar auch bei jüngeren Menschen, jedoch vor allem im höheren Lebensalter vor.
Frakturen wegen Osteoporose können an allen Knochen auftreten. Besonders folgenreich sind sie an der Wirbelsäule: Kompressionsbrüche der Wirbelkörper führen zu bleibenden Deformierungen (Rundrücken), zu Änderungen der Statik, zu Fehlbelastungen von Muskeln, Sehnen und Bändern und zu chronischen Schmerzen.
Normale Röntgenbilder zeigen osteoporotische Veränderungen erst, wenn bereits 30 - 50 % des normalen Kalkgehaltes verloren sind. Knochendichtemessungen und Laboruntersuchungen helfen daher besser bei der Früherkennung.
Frauen sind hormonell bedingt früher im Leben von Osteoporose betroffen als Männer; Raucherinnen und untergewichtige Frauen besonders stark. Wichtig sind eine ausgewogene Ernährung und viel und regelmässige Bewegung, denn Belastung und Bewegung bewirken vermehrten Knochenaufbau.



P

Paraplegie

Querschnittlähmung. Schlaffe oder krampfartige Lähmung der unteren Körperhälfte und der Beine nach einer Schädigung des Rückenmarks: Sämtliche Verbindungen von und zum Hirn unterhalb dieser Verletzung funktionieren nicht mehr, Gefühlsempfindungen und die Steuerung der Muskulatur sind nicht mehr möglich. Die Tetraplegie ist die vollständige Lähmung aller vier Extremitäten. Bei der Hemiplegie ist eine Körperseite gelähmt.

Physiotherapie

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die bei der physiotherapeutischen Untersuchung festgestellt werden. Sie nutzt sowohl diagnostische und auf clinical reasoning (klinische Argumentation, Schlussfolgerung, Beweisführung) basierende, wie auch pädagogische und manuelle Kompetenzen des Therapeuten. Gegebenenfalls wird sie ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Bewegung sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten. Die Behandlung ist an die anatomischen und physiologischen, motivationalen und kognitiven Gegebenheiten des Patienten angepasst. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. motorisches Lernen, Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und auf eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerzfreiheit bzw. -reduktion.



R

Rauchen

Die mit Abstand wichtigste Ursache vermeidbarer Krankheiten und vorzeitigen Todes.
Betroffen neben Lunge und Atemwegen sowie Herz und Gefässen ist auch der Bewegungsapparat: Die Blutgefässe, besonders in den Extremitäten, verengen sich, das Gewebe des Rauchers wird mit weniger Sauerstoff versorgt. Die mangelnde Durchblutung führt zu Gelenk- und Rückenschmerzen, fördert Osteoporose und verzögert und verhindert die Ausheilung von Verletzungen. Es ist erwiesen, dass Rauchen ein erhöhtes Risiko für degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule darstellt.
Eine «ungefährliche Dosis» gibt es beim Tabak nicht.

Rehabilitation

Massnahmen, die die Wiederherstellung der körperlichen, seelischen und geistigen Gesundheit eines Patienten zum Ziel haben. Oft wird darunter das Wiederherstellen eines möglichst hohen Grades an Erwerbsfähigkeit, Lebenstüchtigkeit und Lebensqualität verstanden. Rehabilitation bezweckt Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess oder das gesellschaftliche Leben nach körperlichen und geistigen Schädigungen und erfolgt mit medizinischen, chiropraktischen, physio- und ergotherapeutischen, erzieherischen, arbeitspsychologischen, technischen, wirtschaftlichen und sozialen Massnahmen.

Rheumatismus, Rheuma

1. Laienausdruck für wandernde Beschwerden in Gelenken und Muskeln aufgrund von äusseren Faktoren wie Kälte, Überbelastung, Wetterfühligkeit.
2. Sammelbegriff für stark unterschiedliche Krankheitsbilder mit verschiedenen Ursachen: entzündliche rheumatische Erkrankungen (fortschreitend), degenerative (nach Abnützung) rheumatische Erkrankungen, extraartikuläre (nicht ein Gelenk betreffende) rheumatische Erkrankungen (zum Beispiel Weichteilrheumatismus), pararheumatische Erkrankungen (rheumatische Krankheiten infolge anderer Erkrankungen). Die typischen rheumatischen Symptome sind Schmerzen und Bewegungseinschränkung.
Entzündliche rheumatische Krankheiten sind oft fortschreitende Systemerkrankungen, die zur Zerstörung der betroffenen Gelenke führen.
Bei akuten Schmerzen des Bewegungsapparates eignen sich zur Linderung Kälteanwendungen; bei chronischen rheumatischen Schmerzen hat sich Wärme bewährt.

Rückenmark

Teil des zentralen Nervensystems, umgeben von Rückenmarkhäuten und im Wirbelkanal der Wirbelsäule eingeschlossen. Beim Erwachsenen reicht es vom Hinterkopf bis zum zweiten Lendenwirbel.
Zwischen zwei Wirbeln tritt jeweils ein Nervenbündel aus dem Rückenmark aus und führt in eine bestimmte Körperregion, um diese mit Informationen aus dem Hirn zu versorgen. Auf der gleichen Höhe tritt jeweils ein Nerv ins Rückenmark ein; er trägt Informationen aus dem Körper ins R. und ins Hirn. Das Rückenmark transportiert nicht nur Impulse und Informationen; es funktioniert auch als Schaltzentrale: Gewisse Informationen werden ohne Verarbeitung im Hirn reflexartig auf Höhe der ein- und austretenden Nerven verarbeitet.
Diskushernien und Vorwölbungen von Bandscheiben können Druck auf die ein- oder austretenden Nerven und auf das Rückenmark ausüben und dadurch Schmerzen und Funktionsstörungen auslösen. Bei einer kompletten Querschnittlähmung ist das Rückenmark so schwer verletzt, dass keine Informationen mehr verarbeitet und weitergeleitet werden können.

Rückenschmerzen

gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der industrialisierten Welt: Vier von fünf Schweizern leiden mindestens einmal im Leben an Rückenschmerzen. Oft sind schon Kinder betroffen.
Rückenschmerzen sind die bedeutendste Ursache für Arbeitsunfähigkeit: Sie sind für fast ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich und verursachen jährliche Kosten von rund zwei Milliarden Franken.
Nur vier bis zehn Prozent aller Patienten leiden an Beschwerden, die mehr als sechs Monate dauern; diese Gruppe verursacht aber 85 % aller Kosten.



S

Scheuermann

Scheuermannsche Erkrankung, Adoleszentenkyphose. Die häufigste Erkrankung der jugendlichen Wirbelsäule. Nur ein Bruchteil der Fälle zeigt jedoch klinische Symptome; die meisten bleiben lange unentdeckt.
Ursache sind Wachstumsstörungen der Wirbelkörper-Bandscheiben-Grenze wegen erblicher, veranlagter und hormoneller Veränderungen. Besonders in der aktiven (Schub)phase kann Scheuermann schmerzhaft sein. Die Veränderungen treten meist in der mittleren und unteren Brustwirbelsäule auf, seltener auch in der Lendenwirbelsäule. Auf der Höhe der Brustwirbel kann sich dadurch ein Rundrücken bilden, welcher fixiert und steif wirkt, und in der Lendenwirbelsäule wird die normale Lordose abgeflacht.
Therapeutisch kann der Scheuermannsche Rücken mit chiropraktischen Massnahmen, Krankengymnastik, Bewegungsübungen und Schwimmen oder mittels Orthopädietechnik Korsette) teilweise aufgerichtet werden. Meist kann so zumindest eine Verschlimmerung bis zum Abschluss des Wachstums vermieden werden.
Scheuermann beginnt im 11. bis 13. Lebensjahr. Da die Haltungsstörung auch später zu Beschwerden – besonders zu Verschleissreaktionen an den Zusatzkrümmungen und zu einem Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit – führen, empfehlen sich sorgfältige Abklärungen und Vorsorgeuntersuchungen im jugendlichen Alter.

Schleudertrauma

Laienausdruck; heute meist Halswirbelsäulendistorsion genannt. Das Schleuder- oder «Peitschenschlag»-trauma («Whiplash») führt zu einer Halswirbelsäulenverletzung (Distorsion, Verrenkung). Häufigste Ursache sind Auffahrunfälle, bei denen der Kopf – im Bezug zum Körper – zuerst nach hinten (Hyperextensionstrauma) oder Frontalkollisionen, bei denen der Kopf zuerst nach vorne geschleudert wird (Hyperflexionstrauma). Es gibt verschiedenste Schweregrade des Schleudertraumas mit Verletzungen der Halswirbelsäulenstrukturen (Muskulatur, Bänder, Sehnen, Gelenke, Knochen, Nerven und Blutgefässe). Häufig ist das Schleudertrauma verbunden mit Blockierungen von Gelenken in der Halswirbelsäule. Weichteilverletzungen wie Zerrungen machen anfänglich eventuell eine Ruhigstellung mit einem korrekt angepassten Schaumstoff-Kragen notwendig. Die meisten Verletzungen dieser Art sind nach etwa sechs Wochen verheilt; es werden aber auch längerdauernde Störungen verschiedenster Art beobachtet: Kopfschmerzen, Schwindel, Empfindungsstörungen und Bewegungseinschränkungen.
Vorrangig ist die Wiederherstellung der Funktion der Halswirbelsäule mit ihren Muskeln und Gelenken, um Folgeschäden zu vermeiden.

Schonhaltung

Eine Körperhaltung, in die man – unbewusst oder bewusst – ausweicht, wenn die Normalhaltung Schmerzen bereitet. Die momentane Schmerzfreiheit hat aber Folgen: Andere Gelenke und Muskeln werden durch die Schonhaltung überbelastet. Eine typische Schonhaltung ist der gebückte, leicht seitliche Gang beim Hexenschuss.

Schuh

Ein Schuh darf modisches Accessoire sein – aber nicht nur. Wichtigste Funktion des Schuh ist der Schutz des Fusses vor negativen Einwirkungen, vor allem die Stützung des oberen Sprunggelenks sowie der Längs- und Quergewölbe des Fusses.
Hohe Absätze begünstigen die Entwicklung eines Hohlkreuzes und sind häufige Ursache für Beschwerden der Lendenwirbelsäule sowie der Fussgelenke. Zu harte oder zu starre Sohlen dämpfen den Schritt nicht ausreichend. Zu wenig hohe Wanderschuhe schützen das obere Sprunggelenk nicht genügend. Zu enge Schuhe oder Schuhe mit ungünstigem Fussbett zwingen den Fuss in eine unnatürliche Haltung, behindern die Durchblutung und führen zu Fehlhaltungen mit Folgen bis in die Wirbelsäule. Einseitig abgelaufene Schuhe können ein Hinweis auf Asymmetrie oder auf Fehlstellungen in Fuss oder Becken sein.
Unbequeme Schuhe haben eine Schonhaltung zur Folge und damit nicht selten Funktionsstörungen der Wirbelsäule und weiterer Gelenke.
In manchen Fällen empfiehlt sich der Gebrauch von Einlagen: Sie vermögen Fehlhaltungen zu korrigieren und sind ein wesentlicher Beitrag an den Komfort. Voraussetzung ist allerdings deren fachlich korrekte Anpassung an die individuellen Bedürfnisse.

Schwimmen

Der ideale Sport für Rückenpatienten und solche, die es nicht werden wollen. Geeignet zur Kräftigung der Rückenmuskulatur unter fast vollständiger Entlastung der Bandscheiben. Es hängt von allfälligen Wirbelsäulenbeschwerden ab, welcher Schwimmstil mit Vorteil gepflegt wird. Bei bestimmten Beschwerden sind nicht alle Schwimmstile zu empfehlen. Eine vorgängige Abklärung ist angezeigt.

Schwindel

Gleichgewichtsstörung infolge fehlender Übereinstimmung zwischen dem Gleichgewichtsempfinden, dem optischen Wahrnehmen und der Oberflächen- und Tiefensensibilität, die Auskunft über die Position des Körpers gibt. Schwindel kann verbunden sein mit Angstgefühlen, Übelkeit, Erbrechen, Schweissausbrüchen, Herzjagen, Kollaps. Eine sorgfältige Abklärung durch einen Chiropraktor oder Arzt ist unerlässlich.
Häufiger Grund für Schwindel ist eine funktionelle Durchblutungsstörung im Zusammenhang mit Problemen der Halswirbelsäule.

Sehnen

Ein Bindegewebe, das die Verbindung zwischen Skelettmuskel und Muskel herstellt. S. übertragen den Muskelzug auf die Knochen.
Geschädigt werden die Sehnen vor allem durch längere Überbelastungen (Entzündungen beim «Tennisarm») und Unfälle. Sehnenrisse, etwa der Abriss der Achillessehne, müssen meist operativ behandelt werden.

Sitzen

Für Rückenpatienten ist das Sitzen oft schmerzhaft, da der Druck in den Bandscheiben beim Sitzen deutlich höher ist als beim Liegen. Und viele werden wegen des vielen Sitzens zu Rückenpatienten...
Wie sitzt man richtig? Der ideale Stuhl ermöglicht ein «dynamisches Sitzen», ein Sitzen in Bewegung; er stützt und entlastet die Rückenmuskulatur und die Bandscheiben und schränkt weder Bewegung noch Blutzirkulation ein. Damit erlaubt er ein entspanntes Sitzen.
Die ideale Sitzhöhe ist erreicht, wenn die Oberschenkel leicht nach vorne abfallen und die Füsse flach auf dem Boden stehen. Ein Keilkissen kann dies auch bei ungünstig konstruierten Stühlen ermöglichen. Besonders am Arbeitsplatz und in der Schule müssen der Stuhl höhen- und die Sitzfläche neigungsverstellbar sein. Die Rückenlehne soll etwa 50 cm über die Sitzfläche hinausragen und die normale Krümmung des unteren Rückens nach vorne (Lordose) stützen; die Sitzfläche soll zur Druckentlastung der Bandscheiben nach vorne geneigt werden können. Armlehnen erlauben das Abstützen der Arme.
Als Abwechslung zum Stuhl sind Sitzbälle und spezielle Sitzkissen oder Kniesitze zur Kräftigung der Rückenmuskulatur empfehlenswert – jedoch nur zeitweise, sonst kommt es zur vorzeitigen Ermüdung und Überlastung der Muskulatur. Weiche Polstermöbel sind eine Belastung für den Rücken.
Welche Sitzgelegenheit die richtige ist, hängt von der Tätigkeit ihres Benützers ab. Besonders bei einer sitzenden Lebensweise lohnt es sich, ein ausgezeichnetes Sitzmöbel anzuschaffen – fachlichen und individuell angepassten Rat gibt es bei Ergonomiefachhändlern.

Spinale Stenose

Verengung des Wirbelkanals. Häufigste Ursache sind neben einer entsprechenden Veranlagung (Männer sind häufiger betroffen als Frauen) degenerative Veränderungen der Wirbelsäule. Je nach Ausmass kommt es zur Kompression und zur Einengung von Nerven und Rückenmark. Die Spinale Stenose in der Halswirbelsäule führt zu Gefühlsstörungen oder Lähmungen in den Armen und Beinen, in der Lendenwirbelsäule zu Beschwerden in den Beinen, zum Beispiel zu Ischias.
Häufig erreicht der Chiropraktor oder Therapeut mit der Mobilisation der Wirbelgelenke und dem Strecken der Wirbelsäule eine Besserung der Beschwerden. In schweren Fällen wird der eingeengte Wirbelkanal operativ erweitert.
Typischerweise nehmen die Beschwerden bei einer Spinalen Stenose beim Abwärtslaufen zu und verschwinden beim Aufwärtslaufen. Der Grund: Durch die Wirbelsäulenbiegung nach vorne vergrössert sich der Durchmesser des Spinalkanals.

Spinalkanal

(Wirbelkanal) Im Spinalkanal befinden sich das Rückenmark und seine Hüllen, Venengeflechte, Arterien und Fettgewebe. Letzteres wirkt als Stossdämpfer für das Rückenmark. Der Spinalkanal wird im vorderen Teil begrenzt durch die Wirbelkörper, im hinteren Teil durch die Wirbelbogen und seitlich durch die Gelenkfortsätze und Bogenwurzeln. Der Spinalkanal ist so aufgebaut, dass seitliche Zwischenwirbelfenster entstehen, durch welche die Spinalnerven austreten.
Veränderungen der Strukturen des Spinalkanals und Diskushernien können zu seiner Einengung und zur spinalen Stenose führen.

Sport

Je mehr sich die sitzende Arbeitsweise verbreitet, desto wichtiger ist körperliche Betätigung in der Freizeit. Wesentlich ist auch beim Sport das richtige Mass. Ohne Belastung verkümmern Knochen, Knorpel und Muskeln – auch das Herz ist ein Muskel! –; Überbelastung aber führt zu vorzeitigem Verschleiss des Bewegungsapparates.
Wer einige wenige Grundregeln befolgt, wird vom Sport profitieren: Regelmässig wenig bringt mehr als selten viel; gefährlich sind Überbelastungen, besonders durch Hebelkräfte und hohe Geschwindigkeiten; ein langsamer Aufbau schützt vor Unfällen und Überbelastung.
Besonders geeignet für die Wirbelsäule sind Schwimmen, Wandern, Walking (zügiges Marschieren), Ski-Langlauf, Gymnastik und ein fachlich begleitetes Krafttraining.
Wenn Kinder Sport treiben wollen, gelten besondere Regeln: Einen Sport gerne betreiben ist besser als nichts tun - Kinder sollten ihren Lieblingssport aber unter Aufsicht richtig erlernen und ihn kontrolliert ausüben. Dazu gehört auch, dass die Gefahr von Überlastung und Fehlbelastung vom Trainer erkannt und vermieden wird. Sport sollte auch die geistige Entwicklung des Kindes fördern: Teamgeist, Durchsetzungswillen, Disziplin oder ganz einfach den Spass am Spiel. Auch als Ausgleich zum Lernen in der Schule ist der Sport ideal.

Stabilisation

Bei chronischen Wirbelsäulenleiden, zum Beispiel bei Abnützung oder Spondylolisthesis, ist die muskuläre Stabilisation mit Physiotherapie, begleitetem Krafttraining, Rückengymnastik häufig die Therapie der Wahl.
Bei akuten Beschwerden werden die Halswirbelsäule mit einem Schaumstoffkragen, die Lendenwirbelsäule mit einem Stützgurt für kurze Zeit stabilisiert. Bei schwerer Instabilität ist gelegentlich eine operative Versteifung nötig.

Statik

(des Bewegungsapparates) Die Kräfte, die auf die ruhende Wirbelsäule und den Bewegungsapparat einwirken. Bei der Prüfung der Statik untersucht der Chiropraktor neben der Wirbelsäule auch die Füsse, die Knie- und Hüftgelenke sowie das Becken: Deren Asymmetrie führt zu einseitiger Belastung und seitlicher Verkrümmung der Wirbelsäule.

Stützgurt

Stoffmieder mit eingenähten Stützstreben aus Kunststoff oder Metall. Anwendung zur vorübergehenden Abstützung und Ruhigstellung der (Lenden)wirbelsäule. Erhöht das Sicherheitsgefühl und entlastet Muskeln und Gelenke.



T

Trauma

Verletzung durch eine gewebeschädigende äussere Gewalteinwirkung auf den Körper.

Trigger-Punkt

Lokale, kleine schmerzhafte Muskelverkrampfung, die auch Schmerzen an entfernten Körperstellen verursachen kann.

Trinken

Die Ernährung aller Gewebe des menschlichen Körpers und besonders auch der Bandscheibe ist abhängig von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr (Hydration). Deshalb ist die Wasserzufuhr auch für Rückenpatienten sehr wichtig. Als Faustregel gilt: Mindestens zwei Liter (= zehn Gläser) trinken pro Tag.



V

Verrenkung

Gelenkverletzung infolge eines gewaltsamen Überschreitens der normalen Bewegungsgrenzen mit vollständiger (Luxation) oder unvollständiger (Subluxation) Trennung der Knochenenden, die das Gelenk bilden; Gelenkkapsel- und Bänderüberdehnung und/oder -zerreissung (zum Beispiel Umknicken des Fusses, Verdrehung des Kniegelenks, Stauchung der Hand, Halswirbelsäulenverletzungen nach Auffahrunfall). Charakteristische Zeichen der Verrenkung sind Schwellung, Bluterguss, Druckschmerz und Bewegungseinschränkung des Gelenkes. Die Distorsion ist eine Verstauchung, Verdrehung oder Zerrung.
Die sofortige Erstbehandlung erfolgt immer nach der Formel «RICE»: Rest = Schonung, Ice = Kühlung, Compression = stützendes Bandagieren, Elevation = Hochlagern.

Verspannung

der Muskulatur haben verschiedenste Ursachen. Auslöser sind oft Blockierungen und Funktionsstörungen der Wirbelsäule, die sehr gut auf eine therapeutische Behandlung ansprechen.

Versteifung, künstliche, der Wirbelsäule

Die künstliche Versteifung der Wirbelsäule (Spondylodese) verbessert deren Stabilität. Sie wird bei chronischen Rücken- und Beinschmerzen und entsprechenden Veränderungen an der Wirbelsäule von erfahrenen, spezialisierten Chirurgen durchgeführt. Es werden dabei Knochenspäne aus dem Becken des Patienten so zwischen zwei Wirbelkörper platziert, dass Knochenspäne und Wirbelkörper zusammen verknöchern («zusammenwachsen»). Meist werden die Wirbel zusätzlich mit Schrauben und Stangen gegeneinander verstrebt.
Auch mit einer künstlich versteiften Wirbelsäule ist ein fast normales Leben möglich.



W

Wirbel

Die einzelnen Knochen, die die knöcherne Wirbelsäule bilden. Bestehen in der Regel aus dem Wirbelkörper, dem Wirbelbogen, den Wirbelfortsätzen zur Kraftübertragung (Querfortsätze und Dornfortsätze) sowie den Gelenkfortsätzen zu den benachbarten Wirbeln.

Wirbelbruch

Sammelbegriff für Wirbelkörper-, Wirbelbogen- oder Wirbelfortsatzfraktur. Folge einer direkten Gewalteinwirkung (Schlag, Stauchung, Überstreckung, Verdrehung). Wirbelkörperkompressionsfrakturen führen zu einer Wirbeldeformierung (z.B. Keilform, Plattwirbel oder Zertrümmerung) und zu Wirbelsäuleninstabilität mit der Gefahr von Rückenmarksverletzungen. Erhöhte Anfälligkeit für Wirbelbrüche besteht bei Osteoporose oder Knochentumoren beziehungsweise Knochenmetastasen. Behandlung je nach Schwere durch Ruhigstellung, Stützkorsett oder Operation.

Wirbelgelenk

Auch Zwischenwirbelgelenk oder Wirbelbogengelenk genannt. Kleines, paariges Gelenk an der Wirbelkörperrückseite. Die Wirbelgelenke bilden neben dem Bandscheibengelenk die Verbindung zweier Wirbel in der ganzen Wirbelsäule und sind unerlässlich für deren normales Bewegen. Reizungen und Fehlfunktionen dieser Gelenke können durch Über- oder Fehlbelastung, Stauchung, Verrenkung, Arthrose usw. ausgelöst werden. Dabei wird die Beweglichkeit eines oder mehrerer Wirbelgelenke gestört (zum Beispiel durch Blockierung oder Überbeweglichkeit), und es entstehen Schmerzen, Muskelverspannungen, Entzündungen, Steife usw.

Wirbelsäule
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Wirbelsäule

Biegsame, aus 24 Wirbeln sowie Kreuz- und Steissbein bestehende Mittelachse des Körpers. Die Wirbelsäule wird unterteilt in Halswirbelsäule (HWS, cervikale W., sieben Halswirbel, oberster Halswirbel = Atlas, durch Gelenke mit dem Schädel verbunden, zweitoberster Halswirbel = Axis, ohne Bandscheibe durch ein Drehgelenk mit dem Atlas verbunden), Brustwirbelsäule (BWS, thorakale Wirbelsäule, 12 Brustwirbel), Lendenwirbelsäule (LWS, lumbale Wirbelsäule, 5 Lendenwirbel), Kreuzbein (Sakrum, mit dem Becken verbunden durch die sogenannten Iliosakralgelenke) und das Steissbein (Coccyx).
Die grossen, zylinderförmigen Teile des Wirbels heissen Wirbelkörper und sind durch Bandscheiben miteinander verbunden. Hinter dem Wirbelkörper ist eine bogenförmige knöcherne Struktur ausgebildet, die den Wirbelkanal oder Spinalkanal bildet und den Wirbelkörper mit den Wirbelgelenken und den sogenannten Dornfortsätzen verbindet. Die Dornfortsätze an der Wirbelsäulenrückseite sind unter der Haut in der Mitte des Rückens deutlich ertastbar.
Das aus dem Schädel austretende Rückenmark verläuft durch den Wirbelkanal nach unten und gibt paarweise immer zwischen zwei Wirbeln sogenannte Spinalnerven ab, welche alle Körperregionen, Arme, Beine und Organe versorgen. Von der Seite betrachtet ist die Wirbelsäule gekrümmt.

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